Wie gelingt eine enkelgerechte Siedlungsentwicklung in Dörfern?

Seminar der ILE „Zwischen Lech und Wertach“ informiert Gemeinderäte über Instrumente zur Innenentwicklung

Seit mehr als zwölf Jahren kooperieren die sieben Gemeinden Amberg, Hiltenfingen, Hurlach, Igling, Lamerdingen, Langerringen und Obermeitingen im Rahmen der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) „Zwischen Lech und Wertach“. Im vergangenen Jahr wurde im Rahmen der Zwischenevaluierung beschlossen, dass regelmäßige Netzwerktreffen mit Vertretern aus allen Mitgliedsgemeinden stattfinden sollen, um den Austausch zwischen den Kommunen zu fördern. Nach mehrmaliger Verschiebung aufgrund der Corona-Beschränkungen konnte am 22.04.2022 im Langerringer Gemeindesaal St. Gallus nun die erste ILE-Versammlung stattfinden.

Mehr als 30 Teilnehmer waren der Einladung der ILE „Zwischen Lech und Wertach“ gefolgt. Das Treffen stand unter dem Motto „Innenentwicklung, Ortskernvitalisierung und nachhaltige Baulandmobilisierung – wie eine enkelgerechte Siedlungsentwicklung gelingen kann“. In seiner Begrüßung umriss Langerringes 1. Bürgermeister Marcus Knoll, gleichzeitig 1. Vorsitzender der ILE „Zwischen Lech und Wertach“, die akute Bedeutung dieser Fragestellung für die Kommunen und freute sich über die hohe Teilnehmerzahl. Für den Fachvortrag zu diesem Thema konnte Matthias Simon, Leiter des Referats Baurecht und Landesplanung beim Bayerischen Gemeindetag, gewonnen werden. Er stellte den Anwesenden zunächst wichtige Regelungen des Baurechts dar: Was ist z. B. unter Innenbereich oder Außenbereich nach dem Baugesetzbuch zu verstehen und wie grenzen sich diese Bereiche voneinander ab? Diese und weitere Themen wurden im ersten Teil des Seminars besprochen und veranlassten die Teilnehmer zu Nachfragen und interessierten Diskussionen in der Pause. Im zweiten Teil des Vortrags stelle Herr Simon dann die konkreten Instrumente vor, mit denen die Gemeinde bauliche Entwicklungen im Dorf steuern könnten. Besonders wichtig war es ihm darauf hinzuweisen, dass man sich Ziele setzen müsse bzw. klar sein muss, wie die Gemeinde sich entwickeln möchte. Aus diesem Grund sei ein städtebauliches Konzept oder ein Dorferneuerungskonzept, das auch immer wieder überprüft und fortgeschrieben wird, eine unverzichtbare Grundlage für die weitere Anwendung von Instrumenten, wie beispielsweise dem kommunalen Vorkaufsrecht. Anhand konkreter Beispiele erläuterte er die Handlungsmöglichkeiten zur Innenentwicklung, über welche die Kommunen verfügen. Auch hier beantwortete Matthias Simon zahlreiche Fragen der Teilnehmer, ehe Bürgermeister Knoll die Sitzung schloss und die Anwesenden zum gemeinsamen Austausch im Anschluss einlud. Bereits im Juni wird die nächste ILE-Versammlung, dann in Obermeitingen, stattfinden.

Weitere Informationen zur ILE sind auf der Internetseite www.ile-lech-wertach.de zu finden.

Bilder: Benjamin Früchtl (Lech-Wertach-Interkommunal e. V.)